Kapellenweg

Start: Wallenfels, Marktplatz in der Ortsmitte (365 m ü. NN)
Strecke: Marktplatz – Frankenwaldstraße – Selzachtal – Schloßberg – Friedhof – Marktplatz
Länge: 5,8 km (Rundwanderweg)
Markierung: Kapelle / grün auf weißem Grund
Dauer: 2 Stunden
Schwierigkeit: leicht - mit schönen Ausblicken, gut für Familien geeignet
Differenz: 434 Höhenmeter

Beschreibung

In der Flößerstadt Wallenfels unterliegt der christliche Glaube schon seit jeher einem hohen Stellenwert. Besondere Zeichen dieser religiösen Prägung sind die zahlreichen Kapellen, Wegekreuze und Martern, die in und um Wallenfels herum zu finden sind. Der Kapellenweg führt den interessierten Wanderer zu einer Vielzahl der teilweise auch heute noch im kirchlichen Kalender genutzten Bauwerke und Denkmäler.

Wir beginnen unsere über 18 Stationen geführte Rundwanderung in der Ortsmitte am Marktplatz. Über die Frankenwaldstraße und die Straße im Selzachtal kommen wir zu einem Waldweg, der gleichmäßig ansteigend zum Bergkamm und den Weg nach Schindelthal führt. In diesem Bereich sind herrliche Ausblicke hinüber nach Neufang und Birnbaum möglich. Im Weiteren kommen wir zur Schloßbergkapelle und den Bergfriedhof mit der Stadtpfarrkirche St. Thomas. Von dort sind es nur noch wenige Meter bis zum Ausgangspunkt am Marktplatz.

Stationen des Kapellenweges:

(1) Neben der Raiffeisen-Volksbank finden wir eine Marter aus dem 18. Jh. auf einem Sandsteinpfeiler. Die Stirnseite zeigt als Relief den Hl. Josef mit dem Jesuskind. Die Rückseite stellt eine Kreuzigungsgruppe dar.

(2) Unmittelbar am Rathaus steht eine Nepomuk-Statue, die von Johann Carl Hanauer im Jahre 1778 gestiftet wurde. Der Heilige wird mit einem großen Kreuz dargestellt, das er mit beiden Händen hält.

(3) An der ehemaligen Vogtsmühle ist ein in Unterammergau geschnitztes Holzkreuz zu finden. Das so genannte Maier-Haus ist eines der ältesten erhaltenen Wallenfelser Gebäude.

(4) Das obeliskartige Kriegerdenkmal am Schloßberg dient dem Gedenken der Gefallenen des Krieges von 1870/71.

(5) Dekorative Reliefs zieren die außergewöhnliche Sandsteinmarter an der Friedhofstreppe. Sie stammt aus dem frühen 18. Jh. und stellt die Krönung Mariens dar.

(6) In der Frankenwaldstraße vor dem Haus Nr. 9 steht zwischen zwei Bäumen eine im Jahr 1958 errichteteMarter aus Kunststein. In einer Nische sitzt eine handwerklich gearbeitete Madonna mit Kind.

(7) An der Einmündung der Frankenwaldstraße in die Jakob-Degen-Straße fällt eine aus Sandstein geschaffene Darstellung des Heiligen Johannes von Nepomuk ins Auge. Diese wurde im Jahre 1754 errichtet und stellt als Besonderheit den Heiligen als Halbfigur auf Wolken dar.

(8) Am Eingang zum Selzachtal erwartet uns die aus dem 19. Jahrhundert stammende Markuskapelle. Sie wurde einst von Wallenfelser Kaufleuten als Holzbau errichtet und später durch einen gemauerten Bau ersetzt. Hier wird alljährlich auch der Gottesdienst der Markusprozession gefeiert. Ein Holzkreuz und eine Darstellung der Mutter Gottes von Maria Kulm verzieren das Innere der Kapelle.

(9) Nur wenig ist über das "Fünf-Wunden-Kreuz" am Verbindungsweg vom Schloßberg nach Schindelthal bekannt. Das 1,50 m hohe und 1,20 breite Kreuz zeigt die Wundmale, die mit geschmiedeten Vierkantnägeln am Holzkreuz befestigt sind. Der Errichtungsgrund und das Jahr der Anbringung sind nicht überliefert.

(10) Einige hundert Meter weiter kommen wir zu einer modernen Kreuzdarstellung: ein in den 60 cm starkenHolzstamm einer gefällten Douglasie eingearbeitetes Kreuz wurde von der Familie Müller-Lisa im Jahr 2008 zur Eröffnung des Kapellenweges gestiftet.

(11) Im weiteren Verlauf des Forstweges in Richtung Schloßberg wurde im 19. Jh. rechts etwas abseits vom Weg ein quadratischer Holzbau als Waldkapelle errichtet. Die Höhkapelle hat keine Fenster und nur durch Gitter an der Tür gelangt Tageslicht auf die Mutter Gottes mit dem Jesusknaben sowie ein Holzkreuz aus dem 19. Jh. Wie durch ein Wunder blieb die Kapelle von allen schweren Sturmschäden der letzten Jahrzehnte verschont.

(12) Wir gehen nun leicht talwärts weiter und kommen zum 1930 im alpenländischen Stil errichteten Neumühl-Kreuz. Dieses steht am linken Wegesrand und wird von Bäumen umsäumt. Auf einem Steinsockel erhebt sich der flache Kreuzstamm mit einer Darstellung des gekreuzigten Jesu.

(13) Auf dem Schloßberg stand einst die Burg Waldenfels, die im Bauernkrieg 1525 zerstört wurde. An deren Stelle steht heute die Schloßbergkapelle, eines der Wahrzeichen von Wallenfels. Für die Mauern wurde der typische Köstenberger Marmor verwendet und das Spitzdach mit Naturschiefer gedeckt. Die Kapelle wurde 1923 eingeweiht und dient dem Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Auf einem Holzaltar ist eine schmerzhafte Mutter Gottes mit sieben Schwertern dargestellt, die symbolisch für die sieben Schmerzen Mariens stehen.

(14) Von der Schloßbergkapelle aus führt ein Kreuzweg mit 14 gemauerten Stationen in Serpentinen hinunter zum einzigartigen Bergfriedhof. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die im Tal liegende Flößerstadt Wallenfels.

(15) Im oberen Bereich des Bergfriedhofes steht auf einem Sandsteinsockel ein 2,70 m hohes Eisenkreuz. Der Metallkorpus ist innen hohl und vergoldet.

(16) Das ebenfalls aus Köstenberger Marmor gestaltete Kriegerdenkmal im Bergfriedhof erinnert an die Vermissten und Gefallenen des 2. Weltkrieges.

(17) Am Priestergrab wacht eine Figur des so genannten "Kreuzschleppers" aus Sandstein. Das Denkmal wurde im Jahr 1722 mit einer Gesamthöhe von 2,60 m errichtet und zeigt einen kreuztragenden Christus.

(18) Bereits 1861 war die Grundsteinlegung der im neugotischen Stil erbauten katholischen Pfarrkirche St. Thomas. Ermöglicht wurde der Bau durch ein Vermächtnis eines Wallenfelser Bürgers, der 15.000 Gulden stiftete. Die Einweihung erfolgte am 15.08.1869 durch Erzbischof Michael von Deinlein aus Bamberg. Schon von weitem ist das Gotteshaus am Schloßberg sichtbar. Im Innenbereich sind besonders die Heiligenfiguren sowie die Kirchenfenster mit christlichen Motiven sehenswert. Kirchweihsonntag ist jeweils der letzte Sonntag im Juli.