Geo-Pfad am Silberberg, Wallenfels

In Planung - Fertigstellung 2009

Kurze Erläuterungen zu den einzelnen Haltepunkten

1. Aufgelassener Bruch im Schmiedsgrund-Konglomerat.

Das in Geologenkreisen weithin bekannte Schmiedsgrund-Konglomerat ist ein bis zu 10 m mächtiges Schichtpaket aus Geröllen von unterschiedlichsten Gesteinen des Frankenwaldes (Kalke, Sandsteine, Diabas). Das Gestein, das deutlich härter ist als die umgebenden Schiefer, wurde vermutlich als Baustein für Fundamente und Mauern abgebaut. Brauchbare Gesteine sind im Frankenwald ausgesprochen selten und mussten oft mals von weit her angeliefert werden. So wurden beispielsweise die Wallenfelser Kirche und die repräsentativeren alten Häuser (Rathaus etc.) überwiegend aus Sandsteinen des Obermain-Gebietes errichtet. Entstehungszeit und Abbaugeschichte des Bruches sind unklar und vermutlich im 19. Jahrhundert zu suchen. Der Bruch ist als Geotop im Bayerischen Geotopkataster verzeichnet.

2. Stark verwachsener Bruch in einem Minettengang

Minetten sind magmatische Gesteine, die erst sehr spät, während der Gebirgsbildung in die älteren Schiefer eingedrungen sind. Ihre Entstehung und Zusammensetzung lässt sich mit den im Frankenwald weit verbreiteten Diabasen vergleichen, wie sie z. B. in den großen Brüchen bei Stadtsteinach und Bad Berneck oder auch im Bruch links der Bundesstraße 173 unterhalb vom Schübelhammer abgebaut wurden. Im Gegensatz zum Diabas hat das heiße Magma der Minetten allerdings niemals die Erdoberfläche erreicht, so dass das Gestein ruhig und langsam abkühlen konnte. Die ausgesprochen harten und kompakten Minetten sind als Baustein kaum geeignet, weil sie nach dem Abbau sehr schnell rostbraun anwittern. Sie wurden vermutlich als Füllmaterial für Fundamente und als Schotter verwendet.

3. Felsbildungen und Graben am Weg oberhalb der "Carlszeche"

Die hier anstehenden Felsen bilden die Verlängerung des Stolleneinganges am Fuß des Silberberges (vgl. Punkt 7). Das dort geförderte Mineralvorkommen ist an eine geologische Verwerfung gebunden, die den Berg in Richtung des markanten Grabens durchzieht, der heute noch am Berghang deutlich zu unterscheiden ist. Die ausgeprägte Tiefe dieses Grabens rührt vermutlich daher, dass vor der beschwerlichen Anlage des unterirdischen Stollens im ausgehenden Mittelalter zunächst das oberflächlich erreichbare Erz entlang der Verwerfung abgebaut wurde.

4. Wegböschung in Bordenschiefern an der Silberhütte

Der Name "Bordenschiefer" ist ein Sammelbegriff für Tonschiefer der Unterkarbon-Zeit mit typischen sandigen Zwischenlagen, die eine bordenartige Bänderung hervorrufen. Die Böschung des Forstweges gegenüber der Silberhütte zeigt sehr schön die typische Verschieferung und Verfaltung dieser Schiefer, die den überwiegenden Teil de geologischen Untergrundes in und um Wallenfels ausmachen. Dazu zählen beispielsweise auch die Felsbildungen entlang der Rathausgasse und unterhalb der Friedhofsmauer.

5. Felsbildungen und kleiner Bruch im Wurstkonglomerat westlich der Silberhütte

Wie das Schmiedsgrund-Konglomerat besteht auch das Wurstkonglomerat aus Komponenten von älteren Gesteinen - in diesem Falle überwiegend aus schwarzen und grauen Kieselschiefergeröllen der Silur- und Devon-Zeit. Sie verleihen dem Gestein große Härte, so dass entlang der Wege allenthalben große Blöcke herauswittern und vereinzelt sogar Felsbildungen zu beobachten sind. Zum Namen "Wurstkonglomerat" wurde der Königliche Landesgeologe C.W. v. Gümbel im Jahre 1879 offensichtlich durch die Ähnlichkeit des Gesteins mit einem Weißen Preßsack inspiriert.

6. Alter Bruch im Wurstkonglomerat gegenüber der Kläranlage

Das völlig verwachsene Brüchlein fällt schon beim Vorbeifahren auf der B173 ins Auge und wurde wohl aus diesem Grunde auch als Geotop ausgewiesen. Vom ehemals abgebauten Gestein ist heute allerdings nichts mehr zu entdecken.

7. "Carlszeche" und umgebende Gesteine

Das hier einstmals existierende Silberbergwerk gibt dem Silberberg seinen Namen. Gefördert wurde allerdings nicht gediegenes Silber, sondern Bleiglanz, ein Mineral, das sich aus Blei und Schwefel aufbaut und bis zu 1,5 % Silber enthalten kann.