Neuengrüner Runde

Start: Ortsmitte Neuengrün bei Wallenfels (582 m ü. NN)
Strecke: Neuengrün – Leutnitztal – Schindelthal – Wellesmühle - Neuengrün
Länge: 6,5 km (Rundwanderweg)
Markierung: Rundwanderweg / N - Querstreifen rot auf weißem Grund
Dauer: 2 Stunden
Schwierigkeit: leicht - mit schönen Ausblicken, gut für Kinder geeignet
Differenz: 404 Höhenmeter

Beschreibung

Als besonderes Kleinod im Stadtgebiet von Wallenfels stellt sich der Ortsteil Neuengrün dar. Neuengrün ist eines der wenigen Dörfer in Bayern, das seinen Runddorfcharakter erhalten hat. Die Siedlung wurde im Jahr 1323 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. In einer Aufstellung aus dem Jahr 1507 gehörte sie bereits zum Amt Wallenfels. Die Bewohner betrieben Landwirtschaft und suchten nach Erz. Im 18. Jahrhundert mit Beginn des Schieferbaues in Thüringen fanden dort manche ihr Auskommen. Im Jahr 1972 wurde Neuengrün in die Stadt Wallenfels eingemeindet. Angelegt in einer nach Südosten geneigten Senke, schart sich auch heute noch das Dorf radial um den Anger, in dem an relativ tief gelegener Stelle die katholische Kuratiekirche "Mariä Himmelfahrt" steht.

Eine lange Geschichte in Neuengrün haben die Wallfahrten zum Gnadenbild der Jungfrau Maria, das in der Neuengrüner Kirche steht. Seit 1794 sind diese Wallfahrten zu der Statue, die im 18. Jahrhundert in Böhmen entstanden ist, nachweisbar. Heute noch treffen sich rd. 1000 Gläubige bei der "Heimkehrerwallfahrt" zum Gebet in Neuengrün. Den Abschluss der Wallfahrt bildet eine Lichterprozession, die am Ende des Tages durch das Dorf führt.

Wir beginnen unsere kurze aber abwechselungsreiche Tour in der Ortsmitte bei der Kirche. In westliche Richtung folgen wir einem geschotterten Fahrweg und kommen 400 Meter nach dem Ortsausgang zu einem Aussichtspunkt (605 m ü. NN), der den Blick weit in alle Richtungen über die Höhen des Frankenwaldes bis hin zum Obermaintal schweifen lässt. Der Weg biegt nun leicht abfallend nach rechts ab. Wir folgen ihm in westliche Richtung vorbei an einer allein stehenden Linde, die einem Marter Schutz bietet. Einige Hundert Meter weiter biegen wir dann links in Richtung Schindelthal ab. Der gut ausgebaute Forstweg führt uns nahezu ebenerdig in lang gezogenen Windungen zum Weiler Schindelthal (E - 4,1 km). Weite Ausblicke ins Leutnitztal bis über das Rodachtal hinweg nach Dörnach laden zum Verweilen auf einer Ruhebank ein. Hier kann der Wanderer die Stille und Abgeschiedenheit dieses Weges voll genießen, ehe er entlang von Wiesenrainen auf dem Wanderweg Schindelthal erreicht. Wir halten uns auf der Teerstraße rechts, um talwärts nach Wellesmühle weiter zu wandern. Mit 446 Metern ü. NN sind wir am tiefsten Punkt der Wanderung angelangt.

Die verstreut liegenden Häuser von Wellesmühle (E - 5,0 km)gehören zu Neuengrün und reihen sich entlang des kleinen Wellesbaches, einem Seitenfluss der Wilden Rodach. Von hier aus nehmen wir den so genannten "alten Neuengrüner Weg", der durch ein Forstgebiet führt und in früheren Jahrhunderten von den Menschen als Hauptweg genutzt wurde. Nach einem lang gezogenen aber wenig anstrengenden Anstieg stoßen wir am östlichen Ortsrand auf die Kreisstraße KC 32, die Neuengrün mit der Flößerstadt Wallenfels verbindet. Vorbei am Dorffriedhof gelangen wir zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung in der Ortsmitte.