Flößerei

Geschichte der Flößerei

Wallenfels im engen Tal der Wilden Rodach stellte eines der Zentren der Flößerei im Frankenwald dar. Die Flößerei bestand darin, dass man die schwimmfähigen Holzstämme, entweder einzeln oder in größerer Stückzahl verbunden, auf fließendes Wasser brachte, damit die Fortbewegung des Holzes ohne weitere Kraftvermittlung erfolgen konnte. Obwohl man später auch Waren auf den Flößen transportierte und veräußerte, war aber die Flößerei in erster Linie Holztransport.

Die Flößerei begann in der Mitte des 12. Jahrhunderts und wurde nach dem 2. Weltkrieg von modernen Transportmöglichkeiten verdrängt. Über 800 Jahre gab dieser Beruf Lohn und Brot für Familien und hat dabei einen besonderen Menschenschlag geprägt. Im zeitigen Frühjahr wurden von Floßknechten in harter Arbeit die Stämme zu "Kuppeln" zusammengefügt. Von der Wilden Rodach über die Rodach ging die oft monatelange Reise der Flößer zum Main, wo im Raum Bamberg die Kuppeln zu einem gewaltigen Mainfloß zusammengestellt wurden. Ein solches Floß war ca. 100 m lang und 8 m breit. Es umfasste etwa 400 Festmeter Holz. Danach ging es weiter bis Mainz. Hier stellte man die wiederum noch größeren Rheinfloße zusammen. Holz aus dem Frankenwald wurde bis an die Nordsee geflößt. Die Stadt Amsterdam ist teilweise sogar auf Holzpfählen aus dem Frankenwald gebaut. Die Flößer waren arme aber gläubige Leute. Der sprichwörtliche Flößerhumor war ebenso Tatsache wie die Trinkfreudigkeit und Trinkfestigkeit. Mit einem "Hannla, zwick ou" ging es auf die Floßreise.

Flößerei heute

Seit 1977 pflegen die Wallenfelser ihre Floßtradition mit Schaufloßfahrten in den Sommermonaten. Zahlreiche traditionsverbundene Männer stellten sich in den Dienst der Flößerei, die dann als aktive Flößer oder Wehrsetzer zum Gelingen der Floßfahrten beitragen. Lohn für ihre Anstrengungen sind zufriedene Floßgäste einerseits und die zünftige Brotzeit im Flößerkeller andererseits.

Die Touristenflößerei sieht heute so aus, dass von Mitte Mai bis Mitte September jeweils samstags die etwa 5 km lange Strecke auf der Wilden Rodach zwischen Schnappenhammer und Wallenfels (Flößerhaus) auf Flößen zurückgelegt wird. Auf jedem Floß finden ca. 25 Floßgäste Platz. An diesem feucht-fröhlichen Vergnügen nehmen pro Floßfahrt durchschnittlich 550 Personen teil

Ein Höhenpunkt im Veranstaltungskalender ist alljährlich "Rodach in Flammen", eine Fackelfloßfahrt bei einbrechender Dunkelheit im Fackelschein. Diese Floßfahrt im Rahmen der Kirchweih jeweils Ende Juli lockt Tausende von Gäste in die Flößerstadt.

Freie Termine und Buchungsbedingungen können Sie aktuell im Internet unter www.wallenfels.de erfahren!